Bristlebanes Kinder
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Chaijko
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Posted - 13 Jun 2008 :  00:46:18  Show Profile  Reply with Quote
Flammen, Gelächter und das Schreien einer Frau. Die Schreie übertönten alles. Schreie die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt….

Ich saß im Bett, erwacht aus demselben Albtraum, wie schon viele Nächte bevor. Müde rieb ich die Augen, doch von wieder einschlafen war nicht die rede. Die Schreie ertönten immer noch in meinem Kopf. Die Nase und der Rachen waren zu. Dies lag sicher an dem alten schimmligen Holz in meiner Wohnung. „Sobald ich Geld habe ziehe ich hier aus“, sagte ich zu mir selber und warf meinen Blick zum trüben, zerkratzen Fenster. Es wurde schon hell, ich erwachte immer vor Sonnenaufgang. Dies war nicht immer so.

Als Kind lebte ich im Bettlerhof von Freihafen. Mein Vater war ein angesehener Wachmann unter den Befehlen vom Hochfürsten, doch meine Mutter verabscheute den Hochfürsten. Ich hörte meine Eltern oft streiten und nicht selten fing sie auch Schläge ein. So gingen die Tage ein und aus.
Doch dies änderte sich alles an dem Tag, als meine Mutter und ich nach Nord-Freihafen einkaufen gingen. Wir fuhren mit einer alten Fähre durch die stinkenden Kanäle. Das Wasser war trüb, tote Ratten die gestorben waren, weil sie von dem Wasser tranken und auch nicht selten, traf man auf eine Leiche die an der Oberfläche herumtrieb. Wir kamen zur Mittagssonne in Nord-Freihafen an. Dicht ans Bein meiner Mutter gedrückt, liefen wir die schattigen, düsteren Strassen entlang. Ich hatte immer Angst in diesen Strassen, da Blut und Tod einem auf Schritt und Tritt verfolgten. Wir liefen an einigen Läden vorbei, bis wir in einen hinein gingen.
In dem Laden roch es nach verfaultem Gemüse und Rattenkot. Der Besitzer, ein alter Troll mit gelben Zähnen probierte zu lächeln, doch es jagte einem mehr Angst ein, als dass man sich Willkommen fühlte. Meine Mutter nahm was sie brauchte und ging zur Kasse. Da sah sie 2 Dunkelelfenfrauen die vom Hochfürsten schwärmten. Sie wich mit einem düsteren Blick von der Kasse ab und lief auf die Elfen zu. Ich zog an ihrem Rock, um sie vor Dummheiten zu Bewahren, doch sie war stärker. „Euer Hochfürst ist ein Schwindler, er redet immer vom Volk und dass er uns zum Ruhm führen wird.“ Sagte sie zornig. Ich schrie noch, „Mama nicht!“ und riss unterdessen an Ihrem Rock so stark, dass er fast zerriss und schrie „Lass uns nach Hause gehen“. Doch ich kannte diesen Blick in ihren Augen. Sie fuhr unter den furchteinflössenden Blicken der Elfen fort, „doch dies ist alles eine Lüge, er ist nicht den Dreck wert, auf der diese Stadt erbaut worden ist. Er soll zur Hölle fa…“ das Zischen eines Schwertes das aus der Scheide gezogen wurde unterbrach sie abrupt. Sie drehte sich um und sah meinen Vater mit 2 anderen Wachmännern neben ihm. Der Troll muss die Wachen gerufen haben. „Du hast mich nicht nur enttäuscht, sondern auch blamiert. Gerduin, wie kannst du es wagen unseren Hochfürsten so zu beleidigen“, sagte er mit bitterer Stimme. Die beiden anderen Wachmänner hoben ihre Schwerter und zeigten mit ihnen auf meine Mutter. “Ihr werdet angeklagt des Verrates am Hochfürsten“, sagte der eine Wachmann. Die beiden Elfenfrauen lachten, zeigten mit den Fingern auf sie und schrien giftig, „Auf den Scheiterhaufen mit ihr. Brennen soll die Hexe, brennen!“ Der Blick meines Vaters schien enttäuscht und zornig.
Ich stand einfach nur da, konnte nicht wahrhaben was hier vor sich ging. Ich war starr vor Schreck…
Ein lauter Pfiff holte mich aus meiner Vergangenheit wieder zurück. Ich lief zum Fenster, um zu sehen, was das für ein Pfiff war. Am Himmel kreiste ein Falke, sie kamen jeden Morgen von den Feldern von Antonica nach Qeynos, um sich an den restlichen Ratten, die noch nicht in die Dunkelheit gekrochen sind, zu vergnügen. Auch Graubul war die Nacht über fleißig. Der Kater erledigt jede Nacht mehr Ratten, als es jede Wache tun könnte.
Ich hob meinen Blick über die Dächer von Qeynos. Die ersten Sonnenstrahlen wurden im leichten Nebel schon sichtbar und erfühlten den Morgen mit einem leichten rötlichen Zauber. Ich wandte mich vom Fenster ab und lief Richtung Spiegel. Es war ein alter Spiegel, doch ich habe in geschenkt bekommen, als ich hier einzog. Ausser einem Spiegel waren nur noch ein Tisch, ein rostender Kronleuchter und ein altes Bett in meiner Wohnung. Ich habe das Ulmenholzbett gestern in einer Werkstube gleich bei mir um die Ecke gebastelt. Es war so schlecht gebaut, dass es locker in meinen Taschen Platz hatte.
Der Blick in den Spiegel war nie einfach, da viele Narben mein Gesicht zeichneten. Ich rieb mir die Augen und strich mir durch die roten Haare. Ich spürte am Hinterkopf noch die Narbe des Schwertgriffes, der mich bei der Festnahme meiner Mutter zu Boden schmiss.
Als ich wieder zu mir kam, war ich auf dem Boden eines großen Platzes in Freihafen. Obwohl meine Sicht verschwommen war und mein Kopf schmerzte konnte ich bemerken, dass sich viele Leute um mich versammelt hatten. Ich kam sofort zu meinem vollen Bewusstsein zurück, als ich merkte, wie düster die Lage um uns Stand. Ich suchte in der Menge meine Mutter, doch als ich mich auf die Suche machen wollte, hielt mich eine große Hand fest. Der Druck der Hand war schmerzhaft und als ich zurück schaute, sah ich einen großen Oger mit einem hinterlistigen Lächeln im Gesicht. Mit dumpfer Stimme lallte er, „Do gehst norgend wo hoin. Schao loieberhon wos gleiouch geschihot“. Er packte mich und hob mich hoch. Als ich an seinem Mund vorbeikam verlor ich beinahe wieder mein Bewusstsein, doch der Blick in die Mitte der Menge rüttelte mich wieder wach. „Nein, Mama nicht, Nein. Lasst sie los!“ Doch in dem Lärm der Leute ging meine Stimme unter wie ein Stein im Fluss. Die stinkende, mit gelbschwarzen Zähnen bestückte Luke des Ogers öffnete sich wieder. „Da schoa, schoa!“ Er fing mich an zu schütteln wie ein Kind eine Puppe und schien gefallen daran zu haben mir Schmerzen zuzufügen.
Ich blickte jedoch starr zu meiner Mutter, die an einem Mast gebunden war. Um sie herum war altes, trockenes Holz und daneben meinen Vater mit erhobenen Händen. Trotz des Lärmes konnte ich die Stimme meines Vaters genau hören und sie brannten sich für immer in mein Herz.
„Diese Frau wird wegen Hochverrats zu Tode durch die Flammen Norrath verurteilt. Möge dies eine Warnung für alle sein.“ Ich konnte nicht glauben was ich da hörte. „Nein, nein“, schrie ich. Mein Blick wurde kalt, als er die Fackel nahm und das Holz im Kreis um sie herum anzündete. Das Holz schlug gleich hohe Flammen und ich konnte sehen, dass sie mich anlächelte, wie sie es schon oft getan hatte. Sie hatte mich tatsächlich über den Köpfen der Leute erkannt. Mein Blick wurde etwas heller und es wurde warm um mein Herz. Doch dies war nicht von Dauer. Unter den schmerzzereissenden Schreien meiner Mutter ging sogar das laute Gerede und Gelächter der Leute aussen rum unter. Diese Schreie meiner Mutter müssen in ganz Freihafen zuhören gewesen sein. Sie probierte sich mit schmerzzerreisendem Gesicht von den Fesseln zu befreien, doch jedes Strecken und zusammenzucken war sinnlos. Es fing an, nach verbranntem Fleisch und Haaren zu riechen, während sich an ihrem Bauch bereits Blassen bildeten. Die Schreie meiner Mutter verstummten urplötzlich und ich sah ihren Kopf sinken. Sie war tod. In diesem Moment starb auch ein Teil von mir. Nun hörte ich nur noch ein schwaches schreien und jubeln von der Menge.
Ich sank tief in Gedanken an meine Mutter…
Ich wusste nicht, wieviel Zeit verstrichen war. Doch der Oger lies mich fallen und holte mich aus der Trauer heraus. Mein Vater stand vor mir und sagte, „ Du bist der Sohn einer Verräterin, bringt ihn in den Raum des Verrates“. Gewaltsam zogen sie mich auf dem Boden durch die Stadt, bis zu einer Zitadelle. Es kam nur mein Vater mit hinein, wenn man überhaupt so etwas Vater nennen kann. Im Raum erwartete mich schon ein dunkler Priester, der gerade fertig geworden ist, mit den Zeichen auf dem Boden. Mein Vater warf mich in die Mitte der Zeichen, während der Priester furchteinflössende Worte sagte und einen Krug holte. Er goss die Flüssigkeit über mich und schrie laut auf. Ich hatte furchtbare Schmerzen. Meine Haut und die Augen brannten fürchterlich. Er nahm einen anderen Krug und warf die Flüssigkeit mit einem anderen Schrei, in einer höheren Tonlage über mich. Nun verlor ich vor Schmerzen das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte, war ich immer noch in dem Raum. Mein Vater kam auf mich zu und sagte, „Deine roten Haare werden alle daran erinnern, dass du ein Verrätersohn bist. Ich habe diese Zukunft nicht für dich ausgesucht, aber deine Mutter“. Er stieß mich in die Menge hinaus, die mich schon mit Stöcken und Steinen erwarteten. Ich versuchte zu rennen, doch die Schläge mit den Füssen und den Stöcken brachten mich immer wieder zu Fall. Als ich endlich durch die wütende Meute durch war, war ich mit Wunden und Verletzungen übersäht. Als ich dachte das war’s, prasselte noch ein Steinhagel über mich hinein und brachte mich noch einmal zu Fall…

Es klopfte an der Tür, eine Stimme erklang, „Seit ihr zuhause?? Mönch seid ihr da?“ Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und versuchte den Schmerz zu vergessen. Ich blickte noch einmal in den Spiegel hinein und mit jeder Narbe die ich sah, spürte ich den Schmerz nochmals. “Mönch seit ihr da?“ erklang es nochmals. Während es weiter an der Tür klopfte.
Mönch. Ich ein Mönch, das war ein Gedanke an den ich mich zuerst noch gewöhnen musste. „Ich bin gleich da“, erwiderte ich.
Es stimmt schon, ich habe in der Gosse von Freihafen das Kämpfen mit Stock und Faust gelernt. Doch meine Tage dort waren nicht die eines Mönches. Ich kämpfte unter dem Spott der Leute mit Hyänen, um nicht verhungern zu müssen. Ich war die Jahre mehr krank als gesund und habe oft dem Tod ins Auge geblickt. Ich weiß nicht mehr, wieviele stinkende Sommer ich im Dreck lag oder wie viele kalte Winter ich im Diebespfad verbracht habe. Doch ich war genug alt geworden um den Mut zu fassen, die Stadt zu verlassen. Ich schlich mich im Dunkel der Nacht an den Hafen, um mich in Kisten zu verstecken, die auf ein Schiff verladen werden sollten. Der Plan funktionierte und ich kam als blinder Passagier an Bord auf eines der Schiffe. Ich wusste nicht auf was ich mich da eingelassen hatte. Nach 5 Tagen war der Hunger groß, doch der Durst war unerträglich. Mir wäre alles recht gewesen, auch die Brühe aus den Kanälen von Freihafen. Also schlich ich mich in der nachts aus der Kiste und ging auf die Suche nach der Speisekammer. Ich stolperte oft im Dunkeln doch ich habe gelernt, leise zu gehen und hatte meinen Körper hervorragend unter Kontrolle. Doch ich wusste nicht, wo die Speisekammer war und spazierte mitten in die Kajüten rein. Natürlich wurde ich entdeckt und über Bord geworfen. Eigentlich konnte ich mit dem Schicksal froh sein. Zuerst wollte man mich an einen Kerranermatrose verfüttern. Doch als seine empfindliche Nase meinen Gestank roch, verging ihm zum Glück schnell der Appetit.

Nun schwamm ich auf dem Meer und die Müdigkeit und der Hunger wurden mein größter Feind. Wieder einmal konnte ich fast dem Tod nicht entrinnen, doch ich war zufrieden. Hier auf dem Ozean war ich frei und zum ersten mal ein freier Mensch. Ich lachte, während sich meine Augen vor lauter Übermüdung langsam schlossen.
Nach einiger Zeit öffnete ich die Augen und sah einen weissen Strand unter strahlend, blauem Himmel. Die Sonne brannte, doch sterben war nicht sehr angenehm. Man hat überall Sand in der Hose. Ein Gnom war am Angeln und hatte mich noch nicht entdeckt. Trotz der Kiste, auf der er stand, war er wahrscheinlich zu klein, um mich über die Sanddünnen erblicken zu können. Ich stand auf, und entzog mich schnell dem Blick des Gnomes. Als ich durch ein Tor ging sah ich einen Kerraner in strahlender Eisenrüstung, doch etwas passte nicht. Ich sah Kerraner sonst nur grimmig, doch dieser schien zu lachen und scherzte mit den Wachen, die vorbei gingen. Ich ging auf ihn zu. „Willkommen Fremder, ich habe euch erwartet.“ Sprach er stolz. Erwartet? Mich ? Dies kann nicht sein, dachte ich mir und wollte mich schon abdrehen, doch er sprach weiter. „Kommt mit, ich werde heraus finden ob ich euch gebrauchen kann“. Er brachte mich zu drei Männern. Ich sollte gegen sie Kämpfen. „Ihr macht wohl Scherze?“ sprach ich misstrauisch. “Nein, ich möchte herausfinden, ob ihr aus dem Holz geschnitzt seit, für das ich euch halte.“ Ich zögerte nicht lange und schlug mit der Faust dem kleinsten ins Gesicht. Er fiel um und stand auch nur sch****end wieder auf. „Ich habe es mir doch gedacht. Ihr seit ein Mönch! Ein Krieger, der hier mit den Fäusten und den Füssen kämpft, nennen wir einen Mönch.“ Ich war verwirrt und fragte nach, „was meint ihr mit hier?“ er lachte und sagte vergnügt.“ Auf der Insel der Königin, mein Freund.“
Mit einem Lächeln im Gesicht ging ich zur Tür und öffnete sie dem Fremdem. Ich erschrak, als ein Frosch vor mir stand. Doch ich erschrak umso mehr, als er angefangen hatte, zu sprechen. „Endlich macht ihr auf: Ich dachte schon ihr seit da drin gestorben. Ich habe gehört ihr benötigt Geld. Ich habe Quests für euch. Ihr könnt es auch Aufträge nennen, wenn ihr wollt.“
Ich folgte ihm und dachte dabei an die kommenden Abenteuer, die Rache an Freihafen und meinem Vater.

Ich bin bereit, ich komme.

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Mariel
Administrator

Germany
287 Posts

Posted - 23 Jun 2008 :  18:06:07  Show Profile  Visit Mariel's Homepage  Reply with Quote
Ah, sehr schön. Da bin ich aber gespannt, wie es weiter geht mit dem Mönch. Ob er sich mit seiner Vergangenheit in Qeynos zurechtfindet und wohl fühlt? Immerhin ist es hier nicht wie in Freihafen - er kann sich nicht einfach "durchschlagen" - das würden die Wachen nicht lange zulassen. Das dürfte sehr schwer werden für einen "Mönch" in Qeynos - der in Freihafen natürlich ein "Raufbold" gewesen ist...
Na, vielleicht werde ich ihn mal besuchen und nach dem Rechten sehen, immerhin ist er ja ein Anhänger unserer Gilde und Bristlebane läßt niemanden im Stich. Zumindest, solange er oder sie Spaß versteht

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